Withania
somnifera-Winterkirsche |
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Einige
Informationen zu den Grundlagen und Besonderheiten der ayurvedischen
Phytotherapie
Die ayurvedische Medizin verfügt über einen ungewöhnlich
reichen Schatz an Heilpflanzen. Indische Botaniker zählen über vierzigtausend
Arten, wobei in den letzten Jahrzehnten etwa 8000 Pflanzenarten aufgrund veränderter
Umweltbedingungen und der zunehmenden Verwendung von Herbiziden und Pestiziden
im Landbau vom Aussterben bedroht sind oder bereits ausgestorben sind.
Dravya Guna, die ayurvedische Lehre der Eigenschaften und
Wirkungen von Heilpflanzen und anderer Heilsubstanzen, besitzt ein eigenes
System der Kategorisierung. Während die westliche Phytopharmakologie überwiegend
durch die biochemische Analyse Aufschluss über die Wirksubstanzen, die
Wirkungen und Wirkrichtungen und letztlich auch die Wirksamkeit einer Pflanze
erhält, wählt der ayurvedische Arzt einen völlig anderen Weg. Er beurteilt
die Pflanze nach ihren für ihn wahrnehmbaren Eigenschaften. Zum Teil deckt sich
diese Vorgehensweise mit der traditionellen Phytotherapie westlicher
Naturheilsysteme.
Hier eine kurze Übersicht und Zusammenfassung der
wichtigsten Begriffe und ihrer Bedeutung.
Die Energetik von Heilpflanzen
In allen einschlägigen Werken der ayurvedischen
Pflanzenheilkunde findet die folgenden Begriffe zur Beschreibung der Energetik
und Wirkrichtung einer Pflanze:
- Rasa- der Geschmack einer Pflanze
- Guna- ihre Eigenschaften, die mit dem Tastsinn erfahren werden können.
- Virya- ihre subjektiv erlebte und objektiv erkennbare Wirkung auf den Stoffwechsel
- Vipaka- ihr Geschmack, den sie nach der Verdauung erzeugt und schließlich
- Prabhava- spezifische pharmakologische Wirkungen, die sich nicht aus den obigen Eigenschaften ableiten lassen.
- Der Einfluss auf die drei Doshas, die Psychophysiologie.
Dieses Heilpflanzenlexikon ergänzt die ayurvedischen
Erfahrungen und Beschreibungen der Heilpflanzen und Mineralien mit den
Erkenntnissen der modernen Wissenschaft. So sind zum Beispiel, wo immer möglich,
die Phytochemicals aufgeführt, auch zahlreiche Veröffentlichungen in Pubmed
wurden als Summary integriert. Illustriert werden die einzelnen Pflanzen und
Mineralien durch mehrere tausend Fotos.
Abutilon indicum- indische Malve
Ayurveda-Komplexmittel
Heilpflanzen werden in traditionelle und neu konzipierte Mittel, meist
als Komplex von Pflanzen, eingearbeitet. Je nach Pflanzen- und Arzneiart
folgen nun aufwendige Herstellungsprozesse, die oft Tage, ja Wochen, manchmal
Jahre in Anspruch nehmen: Abkochungen, Verreibungen, alkoholische Gärungen,
Ausglühen in Tongefäßen oder einfach nur den frischen Saft gewinnen. Ayurveda
verfügt hier über ein unvergleichliches Wissen über die Freilegung der Heilkräfte
von Pflanzen und Mineralien. Es gelingt sogar, bei bestimmten Pflanzen, wie etwa
dem Sturmhut (Aconitum napallus), durch definierte Reinigungsprozesse (Sankalpa)
deren Gift völlig herauszulösen und sie in sehr wirksame und völlig unschädliche
Heilmittel zu verwandeln.
Zubereitungsformen ayurvedischer Mittel
Swarasam (Swa = das Selbst, die Seele, Rasa= Saft, Geschmack,
Essenz): frischer Pflanzensaft.
Churna: Pulver; pulverisierte, getrocknete Pflanzen.
Gullikas: Pillen; enthalten nicht nur pulverisierte, sondern auch
frische Pflanzenextrakte, Abkochungen, Milch, Rosenwasser, Ingwersaft usw..
Gutis: Tabletten; gepresst aus Pflanzenextrakten und Mineralien.
Kapseln: Die Verabreichung in Gelatinekapseln ist nicht
traditionell, wird aber zunehmend von indischen Firmen eingeführt, da die
Patienten den oft bitteren und eigenen Geschmack von Tabletten meiden wollen.
Ksharas: Aschen von Pflanzen oder Derivate solcher Aschen in löslicher
(Drava Kshara) oder kristalliner (Churna Kshara) Form.
Kashayas oder Kvathas: Abkochungen; wird entweder fertig in
Flaschen abgefüllt oder muss aus getrocknetem Kraut (Churna) selbst zubereitet
werden.
Grhita: Heilkräuterghee (auf Butterreinfettbasis).
Asavas, Arishthas: fermentierte Pflanzenprodukte.
Avalehas: Pflanzliche Pasten mit Zucker, Jaggery oder Honig
zubereitet.
Tailas: Pflanzliche Öle zur externen und internen Anwendung.
Bhasmas: Bhasmas sind hochkomplexe Präparate aus Metallen,
Edelsteinen, Pflanzen und tierischen Produkten.
Anupana- Transportmedium
Anupana heißt wörtlich soviel wie „Nachtrunk“ , also das was man
nach (oder bei ) der Einnahme einer Arznei trinkt (oder einnimmt). Anupanas sind
Transportmedien, Stoffe, die die Aufnahme einer Arznei in den Körper
erleichtern oder verbessern.
Yoga Vahi- Wirkungsverstärker
Ein sogenanntes Yoga Vahi ist
eine Substanz, die als Zusatz von ayurvedischen Nahrungsmitteln und in der
Nahrung die Wirkung anderer Heilstoffe verstärkt. Die bekanntesten und am
meisten gebrauchten Yoga Vahis sind Milch, Ghee und Honig.
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